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Errichtungsdatum: 27.05.2017
Standort: Friedhof, Frechen-Grefrath
Koordinaten: [50.901869, 6.753291] und [50.902659, 6.751558]

 

Tafel Nordeingang kleinDer parkähnliche Friedhof in Frechen-Grefrath liegt am nordwestlichen Ende des Ortes Grefrath. Er wird im Osten durch die Wohnbebauung der Beethovenstraße, im Norden durch den Eschenweg mit dem dahinter liegenden Gelände der Hauptwerkstätte der RWE Power AG und im Westen durch die zum Marienfeld führende Josef-Eberle-Straße begrenzt. Die Zugänge erfolgen über die Beethovenstraße (Hauptzugang) und den Eschenweg (Nebenzugang). An beiden Zugängen zum Friedhof stehen Informationstafeln, die als Wegweiser zu den Sehenswürdigkeiten des Friedhofs dienen.


Alt-Grefrath gehörte zur Pfarrei Bottenbroich. Die Verstorbenen wurden auf dem dortigen Friedhof beerdigt. Im Zuge des fortscheitenden Braunkohleabbaus stand der Ort Bottenbroich der Erweiterung des Grubenfeldes Sibylla im Weg. Da die Umsiedlung des Ortes bereits Ende der 1930er Jahre absehbar war, gab es erste Planungen einen neuen Friedhof auf ausgekohltem Gelände der ehemaligen Grube Grefrath anzulegen. Diese wurden dann 1942/43 realisiert. Der neue Friedhof lag zwischen dem Ort Alt-Grefrath und dem späteren Neu-Grefrath. Ab 1943 wurden dann die ersten Umbettungen und Bestattungen auf dem neuen Friedhof in Grefrath vorgenommen. Die Umsiedlung von Bottenbroich nach Neu-Bottenbroich erfolgte erst 1949 und von Grefrath nach Neu-Grefrath im Wesentlichen in den Jahren von 1957 – 1965.


Da der Tagebau Frechen zusätzliche Flächen in Anspruch nahm, musste der Friedhof in Grefrath gegenüber der ursprünglichen Planung in den 1960er Jahren erheblich verkleinert werden. Dies wird auf der Informationstafel durch eine Planskizze auf der Basis der ursprünglichen Planung deutlich gemacht. Der Wegweiser auf der Informationstafel gibt einige Hinweise zu markanten Punkten auf dem Friedhof: 

  1. Trauerkapelle (Baujahr 1967) mit der Skulptur „Die Tauernde“ von Georg Bentele-Ücker im Vorhof
  2. Alte Trauerkapelle (Baujahr 1948 – ältestes Gebäude im heutigen Grefrath)
  3. Kriegerehrenmal von 1930 aus Alt-Grefrath für die Toten des 1. Weltkrieges
  4. Gräberfeld für die Toten des 2. Weltkrieges (kreisrunde Platzanlage mit 26 Grabkreuzen und Steinkreuz im Scheitelpunkt der Anlage)
  5. Grabstätte für die Kriegsgefangenen der ehemaligen UdSSR
  6. Priestergrabstätte der Pfarrer von St. Maria Himmelfahrt Bottenbroich-Grefrath


Der Friedhof in Grefrath ist seit 2014 in seiner Nutzung insoweit eingeschränkt, als bis zum 31.12.2033 nur noch Bestattungen in die vorhandenen Wahlgrabstätten vorgenommen werden. Sowohl Erdbestattungen als auch Urnenbeisetzungen in vorhandene Grabstellen sind möglich. Neue Grabstellen können nicht mehr erworben werden. Nach seiner Entwidmung könnte das Friedhofsgelände etwa als öffentliche Grünanlage genutzt werden. Hierdurch könnten auch die durch das Kriegsgräbergesetz zu schützenden Kriegsgräber weiter gepflegt werden.


- Autor: Paul Szablewski

 


 

Ergänzende Informationen:

Hans Hesse / Elke Purpus, „Auf der Flucht erschossen“, Recherchen zum Schicksal der in der Gemeinde Frechen verstorbenen sowjetrussischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiterinnen, in: Jahrbuch des Frechener Geschichtsvereins 2009 (Band 5), Seite 207 ff.

Dr. Jochen Menge, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in Frechen 1939 - 1945, in: Jahrbuch des Frechener Geschichtsvereins 2020 (Band 16), Seite 93 ff. 

Hans W. Porschen, Bürgersinn sichert das Gedenken an russische Zwangsarbeiter in Grefrath, in: Jahrbuch des Frechener Geschichtsvereins 2008 (Band 4), Seite 103 f.

Manfred Rodenkirchen / Erhard Stolz, Der Grefrather Friedhof, in: Jahrbuch des Frechener Geschichtsvereins 2017 (Band 13), Seite 132 ff.

Erhard Stolz, Das kurze Leben einer Kirche – St. Maria Himmelfahrt in Alt-Grefrath 1949 – 1963, in: Jahrbuch des Frechener Geschichtsvereins 2018 (Band 14), Seite 139 f.